Erfolgreiche Weggefährten


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Bereits wenige Jahre nach Gründung der INDEX-Werke im Jahre 1914 begann die Kunden/Lieferanten-Beziehung zwischen dem Drehteilehersteller Laubscher und INDEX. Über eine lange Zeit ist daraus eine besonders vertrauensvolle Partnerschaft geworden, die bis in die Entwicklung neuer Maschinen hinein reicht – zum Vorteil beider Unternehmen.
 

Kennen Sie einen selbstständigen Drehteilehersteller, der seinem Geschäft bereits seit 1846 nachgeht? Die Antwort lautet: Die Firma Laubscher Präzision AG in Täuffelen am Bielersee. Sie ist in der Schweiz mit ihren 168 Jahren das älteste, unabhängige Unternehmen in diesem Sektor und eines der ersten industriellen Unternehmen überhaupt. Und weil es Mitte des 19. Jahrhunderts noch keine passenden Drehmaschinen zu kaufen gab, baute sie Laubscher zunächst selbst. Doch bald schon,  um das Jahr 1900, hat Laubscher die Maschinenproduktion eingestellt und sich voll auf die Produktion von Drehteilen konzentriert, die damals vor allem in die Uhrenindustrie in den Schweizer Jura geliefert wurden. Laubschers präzise Drehteile waren und sind begehrt – auch in anderen Branchen, die ihren Bedarf beim Lieferanten in Täuffelen decken. So wurde Laubscher unter anderem zur weltweiten Nummer 1 unter den Herstellern von Grammophon-Nadeln für Schellack-Platten. Weitere Erfolgsgeschichten schrieben Produkte wie Zirkelnadeln und in den 70er Jahren Teile für mechanische Schreib-, Rechen- und Buchungsmaschinen.
 

Präzision und Verlässlichkeit

Die Zeiten ändern sich, die Produkte auch. Heute liefert Laubscher zahlreiche Drehteile für Hydraulikkomponenten von Bau- und Landmaschinen, außerdem Schließzylinder für Türen und – als wichtigstes Standbein – Präzisionsdrehteile für medizinische Geräte. Eine wesentliche Konstante im Produktprogramm sind kleine, hochgenaue Uhrenteile geblieben: Schrauben, Federgehäuse, Lünetten und Drücker bestreiten derzeit fast 30 Prozent des Umsatzes. Durch die Bank erwarten die Kunden von Laubscher eine besonders hohe Präzision. Gefordert sind Toleranzen im µm-Bereich. Manfred Laubscher, technischer Geschäftsführer, berichtet: „Eine 1/100-Toleranz ist für uns schon äußerst großzügig. Die Standardtoleranzen liegen eher bei 6 µm. Im Bedarfsfall – wie etwa für das kleine Feder-Rundgehäuse einer Automatikuhr – erreichen wir dauerhaft Genauigkeiten kleiner als 4 µm.“Einem Unternehmen, das seit 168 Jahren existiert, glaubt man gerne, dass es auf langfristige Werte und Geschäftsbeziehungen setzt. Die Basis dafür sieht Manfred Laubscher in der Verlässlichkeit seiner Firma: „Uns ist es ganz wichtig, bestellte Teile in der geforderten Qualität, in der vorgegebenen Zeit und zum abgemachten Preis zu liefern. Das haben alle unsere Mitarbeiter verinnerlicht.“ Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das in der Belegschaft über die Jahre gewachsene Know-how, mit dem es immer wieder gelingt, „Unmögliches“ möglich zu machen, wie Manfred Laubscher mit einem Schmunzeln erwähnt. „Es ist eine Grundvoraussetzung für den ständigen Vorsprung durch hohe Präzision und Qualität.“
 

Beste Voraussetzungen 

Bei Laubscher passt die gesamte Prozesskette  - von den klimatischen Raumbedingungen der Fertigungshalle über die eingesetzten Werkzeugmaschinen bis hin zum Einsatz der richtigen Werkzeuge und Kühlschmiermittel. Ein Blick in das moderne Produktionsgebäude genügt, um festzustellen, welche Maschinen eine zentrale Rolle im Produktionsprozess übernehmen: Drehautomaten von INDEX. Wie die große Anzahl der installierten INDEX- und TRAUB-Maschinen erahnen lässt  - es sind derzeit rund 40 -  besteht zwischen Laubscher und INDEX eine besondere Beziehung.

"Die INDEX MS16 ist eine Maschine, wie der Markt sie braucht. "

Das wesentliche Merkmal ist dabei die Kontinuität. Manfred Laubscher erzählt: „Die Anfänge kenne ich noch aus Erzählungen meines Großvaters. Die erste INDEX-Maschine hat Laubscher in den 20er Jahren gekauft, eine INDEX 12. Mein Großvater hatte sie auf einer Reise in Deutschland entdeckt und der Geschäftsleitung den Kauf empfohlen. Laubscher entschloss sich schließlich, diesen Kurzdreher von INDEX zu kaufen, da die Maschine gegenüber den sonst üblichen Langdrehern Vorteile bot. Sie wurde noch per Bahn und Pferdewagen geliefert.“ Nach 1945 intensivierte Laubscher die Zusammenarbeit mit INDEX. Es wurden Drehmaschinen vom Typ INDEX 18, C29 und ER angeschafft. Als die CNC-Technik aufkam, war man bei Laubscher zunächst noch verhalten. Manfred Laubscher erinnert sich: „Wir waren früher nicht gerade als Innovationstreiber bekannt. Das hat sich aber radikal geändert. Heute kaufen wir Maschinen teilweise schon, wenn sie erst als Zeichnung existieren.“
 

Hohe Wirtschaftlichkeit

Einen Meilenstein setzte schließlich die Investition in die INDEX ABC-Baureihe im Jahr 1994. Mit diesem CNC-Produktionsdrehautomaten ließen sich die Stückzeiten extrem senken. Denn eine ABC-Maschine – die auch heute noch zum INDEX- Produktprogramm gehört – ermöglicht es, mit bis zu drei Werkzeugen gleichzeitig zu bearbeiten. Manfred Laubscher ist noch immer begeistert: „Das war sensationell, und wir waren bei den ersten, die in diese Technik investierten. Das brachte uns einen riesen Schritt vorwärts.“ Ein weiterer Eckpfeiler für den Laubscher-Erfolg wurde mit dem Einstieg in die Mehrspindel-Drehbearbeitung 1998 gesetzt. „Bezüglich dieser Technik hatten wir uns lange geziert“, erklärt Manfred Laubscher, „da waren uns andere Drehteilehersteller um Jahre voraus. Das änderte sich aber schlagartig, als INDEX die Voll-CNC-Mehrspindler auf den Markt brachte und wir die MS32C als Chance erkannten und bestellten.“ Wie bei den meisten Geschäften zwischen Laubscher und INDEX war auch bei der Einführung der Mehrspindelautomaten das Unternehmen Springmann Werkzeugmaschinen, Neuchatel, mit von der Partie. Verkaufsleiter Philippe Dubois erklärt: „Springmann ist seit 1920 der exklusive Vertreter der Firma INDEX in der Schweiz. So durften wir die Firma Laubscher auch bei der Einführung der INDEX Mehrspindelautomaten unterstützen. Das war damals ein großer und mutiger Schritt für Laubscher, zumal die Maschine mit ihrem Stangendurchlass von 32 mm eigentlich zu groß war für Laubscher-typische Teile, die alle unter 10 mm Durchmesser lagen.“
 

Mehr als nur ein Kunden/Lieferanten- Verhältnis

Der Einstieg in die Mehrspindelbearbeitung war gleichzeitig der Beginn einer noch intensiveren Beziehung. Über die vielen Jahre hatten sich beide Unternehmen - und die Menschen, die dahinterstehen - kennen und schätzen gelernt. Zudem kennt Herr Laubscher den Markt für Drehteile und die daraus erwachsenden Anforderungen an die Maschinen wie nur wenige. Es lohnt sich immer, ihm genau zuzuhören. So wundert es nicht, dass INDEX die Anregung von Herrn Laubscher aufgriff, einen kleinen Mehrspindler zu entwickeln - die INDEX MS16C. Manfred Laubscher erklärt: „Der Markt entwickelt sich deutlich in Richtung kleinerer und komplexer Teile. In der Medizintechnik forciert man minimalinvasive Operationstechniken. Dafür müssen die Geräte zum Teil winzig, aber hochpräzise sein.“ Da er genau weiß, was die Teile kosten dürfen, kann er daraus einen akzeptablen Maschinenpreis ableiten. Diese Überlegungen flossen in die INDEX MS16 ein, von der eine Vorserienmaschine in Täuffelen auf Herz und Nieren getestet wurde. Auf großes Interesse stieß die MS16 auch schon bald bei anderen Drehteileherstellern. So hatte Manfred Laubscher während seiner Präsidentschaft beim internationalen Drehteileverband im Jahr 2012 zahlreiche Kollegen in seinem Unternehmen zu Gast. Er erklärt: „Unsere Besucher waren sich einig, dass die INDEX MS16  eine Maschine ist, wie der Markt sie braucht - und eine gute Basis für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Laubscher und INDEX.“